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Am 4. April wurde der "Pinke Pudel" verliehen. Foto: Nele Deutschmann
Pinker Pudel 2019. Foto: Nele Deutschmann
Wider die Klischees

Für mehr Vielfalt in der Werbung: Preis „Pinker Pudel“ verliehen

Am 4. April hat die Protest- und Bildungsorganisation "Pinkstinks" den "Pinken Pudel" verliehen. Zum zweiten Mal wurde der Positivpreis an Werbungen und ihre Macher vergeben, die besonders gelungen mit Stereotypen brechen. Ein Abend für Vielfalt und geschlechtergerechte Werbung.

Von Nele Deutschmann

Mit einem Programm, das genauso vielfältig war, wie es Pinkstinks von der Werbung fordert, wurde die Verleihung des Pinken Pudels 2019 im Haus 73 gefeiert. Lidl mit der Agentur Überground sowie Opel mit Vice Media waren die Gewinner des Abends. Hornbach und die Agentur Heimat wurden hingegen wegen rassistischer Werbung gerügt.

Der Pinke Pudel ist deutschlandweit der erste Positivpreis für geschlechtergerechte Werbung. Mit ihm ausgezeichnet werden Kreative, die in ihren Kampagnen mit Geschlechtsrollenstereotypen brechen und gesellschaftliche Vielfalt hervorheben.

Publikumspreis

Für den Publikumspreis für geschlechtergerechte Werbung standen im Vorfeld fünf Werbekampagnen zur Auswahl. Gewonnen hat die Opel-Werbung Standard Evolved, die Weltoffenheit und Fortschritt propagiert. Sie zeigt ein modernes Deutschland mit modernen Menschen. Zeitgemäße Lebensrealitäten mit diversen Körperbildern und sexuellen Identitäten werden dargestellt und als „neuer deutscher Standard“ ausgewiesen.

Jurypreis

Den Jurypreis hat die Werbung Wow families für den Kunden Lidl gewonnen. In ihr werden diverse Menschen gezeigt, die lässig und unaufgeregt ein modernes Verständnis von Elternschaft und Paarbeziehungen leben.

Negativpreise gibt es schon

Mit dem zornigen Kaktus der Frauenrechtsorganisation Terre des femmes und dem goldenen Zaunpfahl für Gender-Marketing von Anke Domscheit-Berg, Sascha Verlan und Almut Schneering gibt es bereits zwei Negativpreise für sexistische Werbung. Pinkstinks hat 2018 einen Positivpreis ins Leben gerufen, wie es ihn beispielsweise schon die Filmfestspiele in Cannes haben. Seit 2015 wird hier der Glass Lion verliehen, der ebenfalls gegen Klischees und Sexismus angeht.

Auf der Veranstaltung zur Preisverleihung des Pinken Pudels wurde auch über Negativbeispiele gesprochen. Einen Negativpreis hätte beispielsweise die aktuelle Hornbach-Kampagne verdient, in der eine asiatische Frau an der Unterwäsche eines deutschen Gärtners schnüffelt. Tausende in Deutschland lebende Asiaten haben mittlerweile eine Petition gegen diese Werbung unterschrieben.

Pinkstinks

Die Organisation Pinkstinks wurde 2012 von Stevie Schmiedel ins Leben gerufen, um gegen starre Geschlechterrollen zu kämpfen. Sie ist eine Protest- und Bildungsorganisation gegen Sexismus und Homophobie.

Die NGO arbeitet gegen starre Geschlechterrollen in Medien und Werbung an und zeigt, dass es vielfältiger geht. In einer modernen Gesellschaft müssen Mädchen nicht pink mögen, brav und zart sein und Jungs müssen nicht blau tragen, stark und emotionslos sein.

Verwandter Inhalt

Am Donnerstagabend hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel den Eimsbütteler Bürgerpreis 2019 verliehen. Mit dem Preis werden Bürger für besonderes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Er geht dieses Jahr an die “Pflegeelternvertretung Eimsbüttel”.

Stevie Schmiedel hat 2012 die Organisation Pinkstinks in Eimsbüttel ins Leben gerufen, um gegen starre Geschlechterrollen zu kämpfen. Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags haben wir mit der Geschäftsführerin über Frauen in der Politik, Gesellschaft und Werbung gesprochen.

„I’m not Heidi’s girl!“ – Mit diesem Musikvideo protestiert die Eimsbütteler Organisation Pinkstinks gegen den Schönheits- und Schlankheitswahn der Fernsehsendung von Heidi Klum.

Der Geschäftsführer der “Mister Cannabis Gmbh” wurde 2009 vom Hamburger Landgericht wegen Marktmanipulation verurteilt. Jetzt hat er ein Cannabisgeschäft in der Hoheluftchaussee eröffnet.

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