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Fahrradhäuschen, wie hier an der Ottersbekallee, sind in Eimsbüttel ein rares Gut.
Fahrradhäuschen, wie hier an der Ottersbekallee, sind in Eimsbüttel ein rares Gut. Foto: Christiane Tauer
Fahrradstellplätze

Fahrradhäuschen in Eimsbüttel: Haben neue Anträge eine Chance?

Die Stadt Hamburg entwickelt aktuell ein barrierefreies Nachfolgemodell der bekannten Fahrradhäuschen. Frühestens 2024 soll es marktreif sein. Wie geht es solange weiter?

Von Christiane Tauer

Sie schützen vor Diebstahl, Regen oder Beschädigung und sind an zahlreichen Straßenecken zu finden: Glücklich, wer in Eimsbüttel eines der Fahrradhäuschen nutzen kann. Allerdings sind die meist acht- oder zwölfeckigen Modelle des Typs „Ottensen“ mittlerweile in die Jahre gekommen.

Das Problem: Die Häuschen, in denen bis zu zwölf Fahrräder Platz finden, sind nicht barrierefrei. Da man die Vorderräder in einem Drehkarussell aufhängen muss, sind die Stellplätze für schwere E-Bikes oder Lastenräder nicht geeignet. Als die allerersten Fahrradhäuschen im Jahr 1985 in Altona zum Einsatz kamen, waren die heutigen Fahrrad-Arten noch nicht verbreitet.

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Nachfolgemodell für Typ „Ottensen“ in Planung

Die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ist deshalb aktuell dabei, in Kooperation mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, der P+R-Betriebsgesellschaft und den Bezirken ein Nachfolgemodell für den alten Typ „Ottensen“ zu entwickeln. Möglich seien beispielsweise ein modularer Aufbau sowie integrierte Sitzbänke, Beleuchtung, Stromanschlüsse und Luftpumpen.

Parallel dazu entwickelt die Stadt ein Konzept für ein neues Fahrradhäuschen-System und sucht geeignete Standorte. Fest steht aber, dass die neuen Modelle vor 2024 nicht marktreif sein werden – und das ist für viele potenzielle Nutzerinnen und Nutzer ein Problem.

28 Anträge eingegangen, 26 abgelehnt

Von 2015 bis 2022 hat das Bezirksamt Eimsbüttel nur 18 Anträge auf Neuaufstellung eines Fahrradhäuschens bewilligt, wie die Verwaltung kürzlich in einer Mitteilung an die Mitglieder des Mobilitätsausschusses erklärte. Demgegenüber stehen 26 Anträge, die das Bezirksamt seit 2020 abgelehnt hat – bei insgesamt 28 neu eingegangen Anträgen im selben Zeitraum. Das heißt, nur zwei waren erfolgreich.

Für die Ablehnung nennt die Verwaltung unterschiedliche Gründe. Einer davon lautet: Es wäre nicht notwendig, öffentliche Fläche für ein Fahrradhäuschen zu verbrauchen, da ausreichend Platz auf Privatgrund zur Verfügung stehe.

Zu hoher Parkdruck im Quartier

Weitere Gründe sind, dass die Verkehrssicherheit durch Sichtbehinderung gefährdet werde oder es zu hohen Parkdruck im Quartier gebe, weshalb die öffentliche Fläche nicht eingeschränkt werden soll. Im dicht besiedelten Eimsbütteler Kerngebiet ist der städtische Raum begrenzt, Anträge werden entsprechend sorgfältig geprüft.

In den Augen der Eimsbütteler Grünen-Fraktion sind viele der ablehnenden Argumente aber nur vorgeschoben. Sie glaubt, dass die Nicht-Bewilligung neuer Häuschen vor allem daran liegt, dass bald die neuen, barrierefreien Fahrradhäuschen kommen – und bis dahin keine oder kaum neue Häuschen des alten „Ottensen-Modells“ genehmigt werden. Ihre Forderung: Die Verwaltung soll Anträge auf Neuaufstellung trotzdem wohlwollend prüfen.

Begründungen „an den Haaren herbeigezogen“

„Mehr als vier Jahre lang keine Alternative zum witterungs- und diebstahlgeschützten Fahrradparken zu genehmigen, ist keine Lösung“, sagt Robert Klein, Sprecher der Grünen-Fraktion im Mobilitätsausschuss. Mehrere Bürgerinnen und Bürger hätten der Partei berichtet, dass sie vergeblich einen Antrag für ein neues Häuschen gestellt hätten. Mit Begründungen, die teilweise an den Haaren herbeigezogen wirkten, so Klein. „In einem Fall wurde beispielsweise der Denkmalschutz eines Hauses angeführt – allerdings stand dieses Haus auf der anderen Seite der Straße.“

Bezirksamt soll Häuschen weiterhin ermöglichen

Die Forderung der Grünen an das Bezirksamt lautet deshalb: Es soll Fahrradhäuschen des alten Modells weiterhin ermöglichen. Auf der nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses am 1. Juni werden die Fraktionen über das Thema beraten.

info

Fahrradhäuschen in Eimsbüttel

Aktuell gibt es 238 Fahrradhäuschen im Bezirk Eimsbüttel, die sich sowohl auf öffentlichem als auch auf privatem Grund befinden. Die Kosten für ein Fahrradhaus liegen bei rund 10.000 Euro, der Bezirk bezuschusst die Neuaufstellung mit 3.500 Euro.

Die Anträge für die Häuschen können von Grundeigentümern oder Vermietern erfolgen, die die Häuser dann für ihre Hausbewohner betreiben. Möglich ist auch, dass Anwohnerinnen und Anwohner, also die zukünftigen Nutzer, sich zu einer Nutzergemeinschaft zusammenschließen und einen Antrag stellen.
Die Gemeinschaft ist dann auch für die Unterhaltung und Belegung von frei werdenden Plätzen zuständig.

Weitere Informationen zu den Fahrradhäuschen gibt es auf www.hamburg.de.

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